Mehr Junge an die Urne!

    Jetzt Massnahmen ergreifen für eine höhere Stimmbeteiligung der Jungen

    Seit ich in der Politik aktiv bin, passiert mir das regelmässig: An vielen Anlässen bin ich mit Abstand der jüngste Teilnehmer. Und das mit knapp 30 Jahren. Das kann es einfach nicht sein. Auch wenn Politik durchaus langwierig und kompliziert sein kann, so geht es doch um wichtige und zukunftsweisende Entscheidungen. Diese Entscheidungen werden speziell die junge Generation noch ein Leben lang betreffen. Ein gutes Beispiel ist die Rentenreform, über die wir im September abstimmen.

    (Bild: zVg) Yannick Berner (29), FDP Grossrat aus Aarau steht vor einem der drei Plakate an Aargauer Bahnhöfen. Hier in der Bahnhofsunterführung in Aarau. Mit einer Online und Offline Kampagne, als auch einem politischen Vorstoss möchte er die Partizipation von jungen Erwachsenen bei Abstimmungen und Wahlen erhöhen. Dabei will er die Hintergründe, wieso die Jungen nicht abstimmen gehen, herausfinden.

    Die tiefe Wahlbeteiligung der 18 bis 30-jährigen bestätigen meine Erlebnisse. Leider lassen die Jungen vermehrt an der Urne über sich bestimmen. Die Wahlbeteiligung der über 60-jährigen ist fast doppelt so hoch. Für mich ist das kein Zustand. Darum habe ich die Kampagne «Verzell’s mer» – eine offline und online Kampagne – gestartet. Ich möchte einerseits darauf aufmerksam machen, dass wir die Jungen im demokratischen Prozess besser mitnehmen müssen und andererseits nach den Gründen für die Politikabstinenz fragen. Via QR-Code auf Plakaten an Aargauer Bahnhöfen (Aarau, Lenzburg, Baden) kann man mir mitteilen, warum man nicht abstimmt. Gleichzeitig habe ich auf der Strasse Leute befragt, ob sie abstimmen gehen und was sie über die Politik wissen. Leider erhielt ich als Antwort oft, dass die Abstimmungen «mich nicht betreffen». Solche Aussagen zeigen mir: Wir haben Aufholbedarf! (Aus einigen der Befragungen entstanden Kurzvideos, welche auf Social Media geposted werden.)

    Zielgruppengerechte Kommunikation über TikTok und Instagram
    Als einer der jüngsten Grossräte versuche ich über meine eigenen Kanäle die Politik zugänglicher zu machen. Darum habe ich einen TikTok Kanal ins Leben gerufen. Mit unterhaltsamen Videos erkläre ich Fakten über die Politik. Auch meinen Instagram Kanal nutze ich seit langer Zeit, um die Sitzungen im Grossrat, Abstimmungsvorlagen und Wahlen zu erklären. Erfreulicherweise stossen die Videos auf Anklang. Dies ist für mich eine Bestätigung, dass das Interesse da ist. Die Politik muss nur die richtigen Kanäle und eine jugendgerechte Sprache benutzen. Weiter möchte ich mit meinem Newsletter Personen erreichen, die nicht in einer Partei Mitglied sind und so mit informativen Inhalt, aber auch unterhaltsamen Berichten aus dem politischen Alltag, Brücken zwischen Politik und Bevölkerung schlagen.

    Vorstoss im Grossen Rat
    Ausserdem habe ich letzte Woche im Grossen Rat eine Interpellation eingereicht, um den Regierungsrat zu fragen, wo Potenzial besteht die jungen Erwachsenen besser abzuholen. Denn junge Erwachsene möchten sich durchaus politisch einbringen, wie die Jugendparlamente beweisen. Das soll gefördert werden. Dafür braucht es attraktive Jugendparlamente, einfachere und zielgruppengerechtere Kommunikation seitens Politik und politische Bildung in der Schule. Auch die Ausweitung von E-Voting auf die Gesamtbevölkerung soll in diesem Zusammenhang geprüft werden.

    Yannik Berner


    Warum stimmst du nicht ab?
    Auf der Landingpage «https://yannick-berner.ch/de/info/verzells-mer» sammle ich alle Rückmeldungen. Aktuelle Fakten zu den Stimmbeteiligungen nach Altersgruppen finden Sie auf meiner Website: www.yannick-berner.ch